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„Unternehmen müssen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf digitale Herausforderungen reagieren“

8. Dezember 2015
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Den swiss contact day am 13. Januar 2016 im Kongresshaus Zürich wird Thomas Ramge, Technologie-Korrespondent für das Wirtschaftsmagazin brand eins und Contributing Editor für The Economist, mit einem spannenden Eröffnungs-Impuls zum Thema „Digitale Transformation – Wie disruptiv ist die Digitalisierung wirklich?“ bereichern. Ob Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen bald ausgedient haben und welche Veränderungen dem Kundenservice zu einem Schub verhelfen könnten, verrät der vielfach preisgekrönte Journalist, Unternehmer und Erfolgsautor schon vorab.

CMM: Warum gewinnt das Thema Digitalisierung gerade jetzt so an Fahrt?

Thomas Ramge: Digitale Technologien kommen als Grossmäuler auf die Welt. Sie versprechen viel und halten erst einmal wenig. Dann sind alle enttäuscht und wenden sich von der Technologie ab. Das hindert die Technologien aber nicht daran, immer besser zu werden und irgendwann richtig produktiv zu werden. Die Technologie-Analysten von Gartner nennen das den Hype-Cycle. 1994 machten die ersten Browser das Internet für jedermann nutzbar. Die digitale Vernetzung der Welt hatte begonnen. Und jetzt, über zwanzig Jahre später, entfaltet diese technologische Disruption volle Wirkung. Anders formuliert: Es hat lange gedauert aber so langsam löst die Digitalisierung die Versprechen ein, die sie seit zwei Jahrzehnten macht.

CMM: Müssen sich Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen nun fürchten?

Thomas Ramge: Ein wenig Angst kann manchmal eine positive psychologische Wirkung haben. Angst setzt Energie frei, die nötig ist, digitale Transformation mit der nötigen Konsequenz anzugehen. Aber grundsätzlich müssen die meisten Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf digitale Herausforderungen reagieren, sondern alert sein. Sie müssen sich die Frage stellen: Wie kann ich meine Produkte und Geschäftsmodelle mithilfe digitaler Technologie so weiter entwickeln, dass der Kunden einen zusätzlichen Nutzen hat?

CMM: Muss im Kundenservice etwas Disruptives passieren?

Thomas Ramge: Daten helfen uns, Kunden besser zu verstehen. Wer Kunden besser versteht, kann langfristig den Kundenwert erhöhen. Mit mehr Kundenkenntnis können wir den richtigen Kunden, das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Preis machen und den Service in der After-Sales-Welt deutlich verbessern. Viele Kunden würden es wohl als disruptiven Fortschritt empfinden, wenn Unternehmen endlich aufhörten, grobschlächtige CRM-Routinen über sie ablaufen zu lassen, die intern 1-zu-1-Marketing heissen. Aber aus Sicht der Unternehmen ist es freilich eine transformative Aufgabe, mithilfe von datenbasiertem Wissen Kunden wirklich individuell und zum Nutzen beider Seiten anzusprechen – und dies nicht nur zu behaupten.

Thomas Ramge, Jahrgang 1971, schreibt als Technologie-Korrespondent für das Wirtschaftsmagazin brand eins und als Contributing Editor für The Economist. Er ist zudem Chief Explaining Officer der deutsch-amerikanischen Analytics-Firma QuantCo mit Sitz in Cambridge, Mass. Thomas ist Autor von zehn Sachbüchern und einem Roman, darunter der Familienbiografie der Flicks und dem Wirtschaftsbestseller Data Unser. Er wurde mit diversen Journalistenpreisen ausgezeichnet, unter anderem dem Herbert Quandt Medienpreis, dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis und dem Best-of-Corporate-Publishing-Award. Im Rahmen des swiss contact day 2016 wird Thomas Ramge seine Expertise in der Eröffnungs-Keynote zum Thema „Digitale Transformation – Wie disruptiv ist die Digitalisierung wirklich?“ mit den Gästen teilen. Programm, Infos und Anmeldung: http://callnet.ch/swiss-contact-day/programm/

Autor: Claudia Gabler

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Den swiss contact day am 13. Januar 2016 im Kongresshaus Zürich wird Thomas Ramge, Technologie-Korrespondent für das Wirtschaftsmagazin brand eins und Contributing Editor für The Economist, mit einem spannenden Eröffnungs-Impuls zum Thema „Digitale Transformation – Wie disruptiv ist die Digitalisierung wirklich?“ bereichern. Ob Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen bald ausgedient haben und welche Veränderungen dem Kundenservice zu einem Schub verhelfen könnten, verrät der vielfach preisgekrönte Journalist, Unternehmer und Erfolgsautor schon vorab. CMM: Warum gewinnt das Thema Digitalisierung gerade jetzt so an Fahrt? Thomas Ramge: Digitale Technologien kommen als Grossmäuler auf die Welt. Sie versprechen viel und halten erst einmal wenig. Dann sind alle enttäuscht und wenden sich von der Technologie ab. Das hindert die Technologien aber nicht daran, immer besser zu werden und irgendwann richtig produktiv zu werden. Die Technologie-Analysten von Gartner nennen das den Hype-Cycle. 1994 machten die ersten Browser das Internet für jedermann nutzbar. Die digitale Vernetzung der Welt hatte begonnen. Und jetzt, über zwanzig Jahre später, entfaltet diese technologische Disruption volle Wirkung. Anders formuliert: Es hat lange gedauert aber so langsam löst die Digitalisierung die Versprechen ein, die sie seit zwei Jahrzehnten macht. CMM: Müssen sich Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen nun fürchten? Thomas Ramge: Ein wenig Angst kann manchmal eine positive psychologische Wirkung haben. Angst setzt Energie frei, die nötig ist, digitale Transformation mit der nötigen Konsequenz anzugehen. Aber grundsätzlich müssen die meisten Unternehmen mit traditionellen Geschäftsmodellen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf digitale Herausforderungen reagieren, sondern alert sein. Sie müssen sich die Frage stellen: Wie kann ich meine Produkte und Geschäftsmodelle mithilfe digitaler Technologie so weiter entwickeln, dass der Kunden einen zusätzlichen Nutzen hat? CMM: Muss im Kundenservice etwas Disruptives passieren? Thomas Ramge: Daten helfen uns, Kunden besser zu verstehen. Wer Kunden besser versteht, kann langfristig den Kundenwert erhöhen. Mit mehr Kundenkenntnis können wir den richtigen Kunden, das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Preis machen und den Service in der After-Sales-Welt deutlich verbessern. Viele Kunden würden es wohl als disruptiven Fortschritt empfinden, wenn Unternehmen endlich aufhörten, grobschlächtige CRM-Routinen über sie ablaufen zu lassen, die intern 1-zu-1-Marketing heissen. Aber aus Sicht der Unternehmen ist es freilich eine transformative Aufgabe, mithilfe von datenbasiertem Wissen Kunden wirklich individuell und zum Nutzen beider Seiten anzusprechen - und dies nicht nur zu behaupten. Thomas Ramge, Jahrgang 1971, schreibt als Technologie-Korrespondent für das Wirtschaftsmagazin brand eins und als Contributing Editor für The Economist. Er ist zudem Chief Explaining Officer der deutsch-amerikanischen Analytics-Firma QuantCo mit Sitz in Cambridge, Mass. Thomas ist Autor von zehn Sachbüchern und einem Roman, darunter der Familienbiografie der Flicks und dem Wirtschaftsbestseller Data Unser. Er wurde mit diversen Journalistenpreisen ausgezeichnet, unter anderem dem Herbert Quandt Medienpreis, dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis und dem Best-of-Corporate-Publishing-Award. Im Rahmen des swiss contact day 2016 wird Thomas Ramge seine Expertise in der Eröffnungs-Keynote zum Thema „Digitale Transformation – Wie disruptiv ist die Digitalisierung wirklich?“ mit den Gästen teilen. Programm, Infos und Anmeldung: http://callnet.ch/swiss-contact-day/programm/ Autor: Claudia Gabler

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