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Sinn und Unsinn von Unified Communication

Unsere neue CMM-Ausgabe, die im April 2017 erscheint, widmen wir dem Trend-Thema Unified Communications (UC). Die Vorzüge von UC liegen auf der Hand: UC vereint alle Kommunikationskanäle und fördert die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und Kunden, Lieferanten sowie internen und externen Experten. Aber gibt es auch Limitationen? Dass das Thema durchaus kontrovers diskutiert werden kann, zeigen die folgenden beiden Experten-Statements. 

Sinn und Unsinn von Unified Communications (UC): CONTRA Kommunikation nach Bedarf

Beat Hochuli*

UC krankt an einem grundsätzlichen Mangel: Wenn Präsenz auf allen Kanälen ein Muss ist, schränkt das die Effizienz und die Produktivität von gewissenhaften Mitarbeitern ein.

UC wird seit Jahren als DIE Plattform der Zukunft angepriesen. Allerdings haben sich bislang viel weniger Unternehmen eine solche eierlegende Wollmilchsau angeschafft als sich dies die entsprechenden Anbieter ursprünglich erhofft hatten. Das hat gute Gründe, denn vor allem in kleineren und mittleren Betrieben sehen längst nicht alle Mitarbeiter und Arbeitgeber ein, warum sie sich auf eine Rund-um-Uhr- plus All-in-One-Lösung einlassen sollen, wenn ein vernünftiger Umgang mit Telefonie und E-Mail in den allermeisten Arbeitssituationen völlig ausreicht. Das heisst, dass die UC-Anbieter gefordert sind, wirklich Benutzer- und Unternehmens-freundliche Umgebungen zu kreieren. Vielleicht werden diese weniger „allumfassend“ sein, sondern eher „potenziell und nach Gusto weitreichend“.

*Beat Hochuli ist freischaffender ICT-Journalist und lebt in Kota Kinabalu, Malaysia.


Sinn und Unsinn von Unified Communications (UC): PRO

Komunikation im Zeitalter der Mobilität

Ralph Müller*

UC behebt einen grundsätzlichen Mangel der Kommunikation: Wenn Mitarbeiter nicht mehr jeden Tag von morgens um 8.00 Uhr bis abends um 17.00 Uhr neben ihrem persönlichen Telefon am selben Arbeitsplatz sitzen, weiss ich nicht, wie ich diese nun möglichst rasch erreichen kann. UC bietet auf elegante Weise Abhilfe.

Wie soll ich für meine Kunden während der Arbeitszeit erreichbar sein, wenn ich ständig mit internen Anrufen besetzt bin, nicht am Arbeitsplatz mein Telefon bedienen kann und meine E-Mail Inbox übervoll ist? Hier schafft UC einen grundsätzlichen Vorteil, indem ich über ein Werkzeug-Set, unabhängig davon wo ich gerade bin und mit welchem Gerät ich gerade arbeite, meine ein- und ausgehenden Kontakte und Informationen aller genutzten Kanäle steuern und verwalten kann. Damit kann ich mich zudem ad hoc mit einem oder mehreren Kollegen absprechen und so rasch Lösungen diskutieren. Dies steigert die Effizienz gewaltig. Investiert ein Unternehmen in eine moderne All-in-One UC Lösung, erzielt es die überlebenswichtige Effizienzsteigerung durch eine Mitarbeiter-unterstützende Kommunikationslösung und nicht damit, dass seine Mitarbeiter Rund-um-die-Uhr telefonisch und per E-Mail erreichbar sein müssen. Übrigens, wenn ich kurzfristig an Überlast leide, kann ich durch den Presence Status in Echtzeit auf einfache Weise signalisieren, dass ich im Moment nicht gestört werden will.

*Ralph Müller ist verantwortlich für das Business Development der Cloud Services bei der Firma Bucher + Suter.

 

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Mehr zum Thema UC erfahren Sie in unserem Themenspecial in der April/Mai/Juni Ausgabe des Contact Management Magazine. Jetzt vorbestellen >>

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Contact Management Magazine, Pro-Kommentar für „Sinn und Unsinn von UC“-Serie

Von Christian Fron, VP Sales DACH, Mitel

Kommunikation mit Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern bestimmt unseren Arbeitsalltag. Wir verbringen laut einer aktuellen Studie, die das Research-Unternehmen Webtorials im Auftrag von Mitel durchgeführt hat, sogar zwei Drittel des Tages damit. Ganz oben in Sachen Beliebtheit rangiert immer noch die E-Mail und das, obwohl viele Arbeitnehmer darin einen Produktivitätskiller sehen. Ganz unten in der Gunst der Arbeitnehmer liegen dagegen Chat und Instant Messaging – dabei sind viele der Meinung, dass sie gerade mit diesen modernen UCC-Anwendungen deutlich effizienter kommunizieren und produktiver arbeiten könnten.
Viele Nutzer erkennen also die Möglichkeiten von UCC, es scheitert aber an der Umsetzung. Vielfach liegt das daran, dass Unternehmen bisher keine technischen Voraussetzungen für unterbrechungsfreies, anwendungs- und kanalübergreifendes Arbeiten geschaffen haben – sie ihren Mitarbeitern also noch keine umfassende UCC-Lösung zur Verfügung stellen. Diese Anwendungen sparen nicht nur Zeit, ermöglichen standortübergreifende Zusammenarbeit und erhöhen die Mobilität. Sie haben außerdem den wichtigen Nebeneffekt, dass Mitarbeiter künftig keine Chatprogramme oder Cloudspeicher mehr nutzen, die nicht von der IT-Abteilung autorisiert sind, Stichwort Schatten-IT.

Der Produktivitätsverlust der Mitarbeiter summiert sich übrigens: Unternehmen verlieren laut Studie durchschnittlich 10.000 Euro pro Arbeitnehmer – bei 500 Mitarbeitern kommt so ein Umsatzverlust von 5 Millionen Euro zustande. UCC ist also nicht nur aus Mitarbeitersicht eine lohnende Investition.

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