Rent a Rolex. Oder: Warum geteilte Freude doppelte Freude ist

9. Dezember 2015
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Wozu besitzen, wenn man teilen kann? Dieser Frage widmet sich der sympathische Vordenker der Collaborative Economy aus dem Silicon Valley, Jeremiah Owyang. Seine Erkenntnisse behält er nicht für sich, sondern teilte sie im Rahmen des Customer Experience Day der Swisscom.

Die Demokratisierung der Information und die Digitalisierung ermöglichen den Konsumenten mannigfaltige Möglichkeiten, sich neu zu organisieren. Das geht sogar so weit, dass Kunden ineffiziente Unternehmen ganz auszuschalten vermögen und sich im Sinne einer Collaborative oder Sharing Economy selbst organisieren. Bekannte Beispiele dazu liefern Airbnb, Uber, Crowdfunding-Plattformen wie kickstarter oder Kryptowährungen. Aber auch Kredit- und Luxusartikel-Marktplätze boomen.

Was hat es mit der Collaborative Economy auf sich?

„Es ist ein effizienter Weg, kostbare Ressourcen zu schonen und Menschen, Business und dem Planeten Gutes zu tun“, fasst Jeremiah Owyang die Faszination des jungen Marktes, der extrem schnell wächst, zusammen. Teilen ist einfacher und günstiger, effizient und nachhaltig, bequem – und zudem macht es Spass sich mit anderen Menschen „auszutauschen“. Urbanisierung, die globale Rezession und das Bevölkerungswachstum tragen ebenfalls zur Popularität des Teilens bei. Gleichzeitig wollen Konsumenten alles – und das schnell und günstig. Warum also nicht eine Rolex für einen besonderen Anlass ausleihen – und beim nächsten Event ein anderes Modell auswählen? Aber welche Rolle spielen traditionelle Unternehmen, wenn wir künftig alles voneinander haben und miteinander teilen können? Ist die Ökonomie des Teilens Disruption oder Chance für das Business?

Um erfolgreich im neuen Zeitalter der kollaborativen Wirtschaft tätig sein, empfiehlt Jeremiah von den Bienenwaben zu lernen. In der Natur sind sie ein Musterbeispiel für Widerstandsfähigkeit und Effizienz. Im Kontext der Collaborative Economy sind sie ein Sinnbild für all die Bereiche unseres Lebens, die zusammenhängen und in unseren Alltag hineinwirken. (Abbildung Framework Collaborative Economy Honeycomb) Im Zentrum stehen die Menschen, die moderne Technologien nutzen und die Bewegung forcieren.

Die Collaborative Economy Wertschöpfungskette

Dennoch besteht kein Grund zur Panik – vorausgesetzt man passt sein Geschäftsmodell an die neuen Spielregeln der Wirtschaft und Gesellschaft des Teilens an. Hierzu teilte der Gründer des Crowd Company Councils drei zukunftsträchtige Geschäftsmodelle mit den Teilnehmern des Customer Experience Day:

1. Das Everything as a Service Modell: Beispiel: BMW „Mobilität as a Service“ – Kunden können Autos nutzen statt besitzen – im Sommer das Cabrio, im Winter den SUV.
2. Das Marktplatz Modell: Beispiel: IKEA bietet eine Plattform für den Wiederverkauf eigener Produkte und untermauert damit den Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit.
3. Die Macher-Bewegung: Beispiel: Der Spielwarenhersteller Hasbro nutzt die Leidenschaft der Crowd für die Entwicklung neuer Produkte (Co-Creation)

„Jede Firma hat die Möglichkeit, Teil der Collaborative Economy zu werden“, ist Jeremiah überzeugt. Auch traditionelle Unternehmen können ihre Strategien und Geschäftsmodelle anpassen. „Das ist nicht einfach, aber es birgt auch viele Möglichkeiten. Und schlussendlich steigen auch die Gewinne, wenn Unternehmen die Crowd teilhaben lassen“, so Jeremiah. Insofern macht Teilen tatsächlich reicher. Willkommen in der Colaborative Economy!

Über Jeremiah Owyang
Schon als Analyst bei Forrester Research widmete sich Jeremiah Owyang sozialen Netzwerken und deren Einfluss auf grosse Unternehmen. Mit der Gründung der Altimeter Group vertiefte er seine Forschung zum disruptiven Potenzial der Digitalisierung und entwickelte neue Methoden, um Unternehmen bei der Bewältigung des Wandels zu begleiten.

Mit Crowd Companies befähigt Jeremiah Marken und Menschen, dank einfachen Prinzipien neue zukunftsträchtige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Er zeigt, wie man aus einer Marke einen Service macht, einen Marktplatz aufbaut und mit geeigneten Plattformen die Crowd zur Entwicklung neuer Produkte nutzen kann.

Über den Customer Experience Day
Der Customer Experience Day ist die einzigartige Lern- und Austauschplattform
im deutschsprachigen Raum; eine Inspirationsquelle für alle, die sich mit voller Hingabe dem bewusst gestalteten Kundenerlebnis und dem offenen Zugang zu Innovation verschrieben haben. Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Erfahrungen tauschen sich hier über Innovationskultur und Erlebnisgestaltung im branchenübergreifenden Kontext aus und lernen voneinander – in der Überzeugung, dass Menschen den Unterschied ausmachen.
Mehr erfahren >>

Event-Tipp:
Innovation Culture Morning
am 19.1.2016 im Swisscom Braingym Bern

Wie man Innovation ins Unternehmen bringt und damit Kunden begeistern kann, erfahren die Teilnehmer am Innovation Culture Morning. An einem spannenden Vormittag geht es ganz um die Kultur:
• Vertiefter Einblick in die Innovationskultur in deinem Unternehmen.
• Neues Verständnis: Was ist notwendig, um Innovation zu etablieren?
• Methodisches Vorgehen mit dem Innovation Culture Modell

Programm, Info & Anmeldung >>

Autor: Claudia Gabler

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Wozu besitzen, wenn man teilen kann? Dieser Frage widmet sich der sympathische Vordenker der Collaborative Economy aus dem Silicon Valley, Jeremiah Owyang. Seine Erkenntnisse behält er nicht für sich, sondern teilte sie im Rahmen des Customer Experience Day der Swisscom. Die Demokratisierung der Information und die Digitalisierung ermöglichen den Konsumenten mannigfaltige Möglichkeiten, sich neu zu organisieren. Das geht sogar so weit, dass Kunden ineffiziente Unternehmen ganz auszuschalten vermögen und sich im Sinne einer Collaborative oder Sharing Economy selbst organisieren. Bekannte Beispiele dazu liefern Airbnb, Uber, Crowdfunding-Plattformen wie kickstarter oder Kryptowährungen. Aber auch Kredit- und Luxusartikel-Marktplätze boomen. Was hat es mit der Collaborative Economy auf sich? „Es ist ein effizienter Weg, kostbare Ressourcen zu schonen und Menschen, Business und dem Planeten Gutes zu tun“, fasst Jeremiah Owyang die Faszination des jungen Marktes, der extrem schnell wächst, zusammen. Teilen ist einfacher und günstiger, effizient und nachhaltig, bequem – und zudem macht es Spass sich mit anderen Menschen „auszutauschen“. Urbanisierung, die globale Rezession und das Bevölkerungswachstum tragen ebenfalls zur Popularität des Teilens bei. Gleichzeitig wollen Konsumenten alles – und das schnell und günstig. Warum also nicht eine Rolex für einen besonderen Anlass ausleihen – und beim nächsten Event ein anderes Modell auswählen? Aber welche Rolle spielen traditionelle Unternehmen, wenn wir künftig alles voneinander haben und miteinander teilen können? Ist die Ökonomie des Teilens Disruption oder Chance für das Business? Um erfolgreich im neuen Zeitalter der kollaborativen Wirtschaft tätig sein, empfiehlt Jeremiah von den Bienenwaben zu lernen. In der Natur sind sie ein Musterbeispiel für Widerstandsfähigkeit und Effizienz. Im Kontext der Collaborative Economy sind sie ein Sinnbild für all die Bereiche unseres Lebens, die zusammenhängen und in unseren Alltag hineinwirken. (Abbildung Framework Collaborative Economy Honeycomb) Im Zentrum stehen die Menschen, die moderne Technologien nutzen und die Bewegung forcieren. Die Collaborative Economy Wertschöpfungskette Dennoch besteht kein Grund zur Panik – vorausgesetzt man passt sein Geschäftsmodell an die neuen Spielregeln der Wirtschaft und Gesellschaft des Teilens an. Hierzu teilte der Gründer des Crowd Company Councils drei zukunftsträchtige Geschäftsmodelle mit den Teilnehmern des Customer Experience Day: 1. Das Everything as a Service Modell: Beispiel: BMW „Mobilität as a Service“ – Kunden können Autos nutzen statt besitzen – im Sommer das Cabrio, im Winter den SUV. 2. Das Marktplatz Modell: Beispiel: IKEA bietet eine Plattform für den Wiederverkauf eigener Produkte und untermauert damit den Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit. 3. Die Macher-Bewegung: Beispiel: Der Spielwarenhersteller Hasbro nutzt die Leidenschaft der Crowd für die Entwicklung neuer Produkte (Co-Creation) „Jede Firma hat die Möglichkeit, Teil der Collaborative Economy zu werden“, ist Jeremiah überzeugt. Auch traditionelle Unternehmen können ihre Strategien und Geschäftsmodelle anpassen. „Das ist nicht einfach, aber es birgt auch viele Möglichkeiten. Und schlussendlich steigen auch die Gewinne, wenn Unternehmen die Crowd teilhaben lassen“, so Jeremiah. Insofern macht Teilen tatsächlich reicher. Willkommen in der Colaborative Economy! Über Jeremiah Owyang Schon als Analyst bei Forrester Research widmete sich Jeremiah Owyang sozialen Netzwerken und deren Einfluss auf grosse Unternehmen. Mit der Gründung der Altimeter Group vertiefte er seine Forschung zum disruptiven Potenzial…

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