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Houston, wir haben (k)ein Problem!

9. Mai 2017
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Die neue Fehlerkultur in Unternehmen

Damals wie heute gilt: Die beste Prävention von Fehlern ist ihre Analyse und das Finden einer entsprechenden Lösung. Vor allem Kreativität und Einfallsreichtum sind dabei gefragt – und eine dahin gehend ausgerichtete Fehlerkultur. Ähnliche Erfahrungen machte bereits die Crew der Apollo 13, die bei ihrem Flug zum Mond vor anscheinend unlösbaren Herausforderungen stand. Nach der Explosion und Beschädigung von Sauerstofftanks an Bord musste die Mission abgebrochen werden. Beim Wendemanöver für einen sicheren Rückweg zur Erde war die Kreativität der Besatzung gefragt – mit Erfolg. Die Kapsel mit James Lovell, John Swigert und Fred Haise an Bord landete am 17. April 1970 sicher auf der Erde. Eine Untersuchungskommission analysierte die falschen Entscheidungen und Einschätzungen.

Diese Fehleranalysen sind es, die in der heute notwendigen Fehlerkultur den entscheidenden Unterschied gegenüber den Wettbewerbern ausmachen können. Aufseiten der Mitarbeiter ist die erste Reaktion nach einem Missgeschick häufig „Ich war’s nicht!“ – zu groß ist die Angst vor den Auswirkungen und Folgen: Verliere ich mein Ansehen? Oder verliere ich nun gar meinen Job? Dabei sind die Managementebenen angehalten, ihrer Belegschaft diese Angst zu nehmen und ihre Mitarbeiter zu neuen Ideen und Innovationen zu motivieren und dabei auch mal etwas zu riskieren. Ein entstandener Fehler ist dabei nicht nur ein Misserfolg, vielmehr eröffnet er auch Chancen und Möglichkeiten für Ergänzungen, Weiterentwicklungen und Verbesserungen, die sonst vielleicht gar nicht entdeckt worden wären. Dies funktioniert aber nur, wenn die Fehler hinreichend analysiert und untersucht werden.

„Mir passiert schon nichts!“

Egal ob zu Hause oder in den Firmen dieser Welt: Tagtäglich passieren Fehler. Entscheidend ist jedoch nicht, wer für sie verantwortlich ist, sondern der richtige Umgang mit ihnen – das gilt auch für Unternehmen. Für die heutigen Führungsebenen bedeutet dies zunächst einmal, Fehler zu akzeptieren. Übermittelt das Management seinen Mitarbeitern das Gefühl, Ungereimtheiten nicht zu dulden oder gar zu bestrafen, erhöht das den Druck auf die Belegschaft und führt häufig zum genauen Gegenteil: Statt Fehlervermeidung passieren unter erhöhter Belastung noch häufiger Missgeschicke. Aber auch eine zu nachgiebige Firmenpolitik kann zu einer höheren Fehlerquote führen: Wenn Firmen eine Unternehmenskultur fahren, in der sie den Mitarbeitern alles durchgehen lassen, agieren diese häufig nur noch leichtsinnig und fragen sich, warum sie sich überhaupt noch anstrengen sollten. Deshalb ist es für die Managementebene entscheidend, einen guten Mittelweg in puncto Fehlerkultur zu finden und diesen im Unternehmen zu etablieren.

Wer wagt, gewinnt

Akzeptiert ein Unternehmen, dass Fehler passieren können, legt es den Grundstein für die heute notwendige Fehlerkultur für erfolgreiche Firmen. Fehler eröffnen immer neue Blickpunkte auf Prozesse und Projekte. Durch die neuen Blickwinkel ergeben sich Ansatzpunkte, die zuvor häufig nicht beachtet wurden und so die Basis für Verbesserungen, Ergänzungen und Weiterentwicklungen bilden. Je früher die Unstimmigkeit entdeckt wird, umso schneller können neue Lösungswege gefunden werden. Das spart im Bedarfsfall immense Kosten. Um die Fehler zu untersuchen und zu analysieren, müssen Freiräume geschaffen werden, in denen die Mitarbeiter kreativ tätig sein können. Dies birgt große Vorteile für die Unternehmen. Hierfür müssen Führungsetagen die Weichen stellen. Als Basis fungiert häufig ein rollenbasierter Ansatz. Jedem Mitarbeiter wird eine entsprechende Rolle in einem Zeitfenster zugeordnet. Durch die offene interne Kommunikation wissen auch die Kollegen und Teammitglieder, wann ein Mitarbeiter sich in welcher Rolle befindet und nicht gestört werden soll. Das steigert die Produktivität zusätzlich, da Störungen und Unterbrechungen im Arbeitsprozess ausbleiben.

Nobody’s perfect

Führungsebenen müssen begreifen, dass es nicht entscheidend ist, wer einen Fehler gemacht hat, sondern dass die zeitnahe Ursachen- und Lösungssuche im Mittelpunkt steht, um so vor allem Wiederholungsfehler zu vermeiden. Es gilt, die Fehler zu analysieren und die Ursachen sowie Probleme herauszukristallisieren. Demnach müssen Innovationen nicht immer die Produktivität erhöhen, sondern dürfen auch scheitern. Denn aus Fehlern lernt man noch immer am besten.

 

Autorin

Dr. Consuela Utsch

Dr. Consuela Utsch

Dr. Consuela Utsch ist Geschäftsführerin und Gründerin der Acuroc GmbH und der AQRO GmbH. Als Spezialistin berät sie seit über 20 Jahren mittelständische Unternehmen und die Großindustrie bei der Implementierung von Betriebs- und Projektmanagementprozessen sowie in allen Themenbereichen der IT-Governance. Auf ihre Methode AQRO besitzt Dr. Utsch ein weltweites Patent und ist Autorin des Fachbuches „AQRO Stressfreies und effizientes Human Resource Management“.

 

 

 

 

Weitere Informationen über die Acuroc GmbH und über die AQRO GmbH unter www.acuroc.de und www.aqro.eu

 

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