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Frauen in Führungspositionen

Frauen in Führungspositionen

19. Juli 2018
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Denken Frauen groß genug für Führungspositionen?

Warum mentale Stärke ein Schlüsselfaktor fürs Weiterkommen ist

Autor: Antje Heimsoeth

Das deutsche Parlament war noch nie so männlich. Der revolutionäre Gender-Umbruch im Top-Management deutscher Unternehmen blieb auch nach Einführung der Frauenquote aus. In der Post-Feminismus-Ära gibt es also noch jede Menge Handlungsbedarf für eine Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen.

Nicht selten beklagen Unternehmen, es mangele ihnen an eeigneten Kandidatinnen für Führungspositionen. Doch nicht alle Gründe für das Fehlen von Frauen an der Unternehmensspitze sind auf äußere Umstände oder fehlende Verbündete zurückzuführen. Vieles beruht auf der Haltung der Frauen auf ihrem eigenen Karriereweg. Ein kritischer Blick auf häufig angeführte Argumente macht die Mentalität vieler Frauen deutlich – und zeigt die Baustellen zur Weiterentwicklung für Frauen in Führungspositionen:

Fehleinschätzung von Frauen Nr. 1: Ich brauche kein Netzwerk

Frauen arbeiten intensiv an Problemlösungen und Aufgaben, aber vernachlässigen das Knüpfen von Kontakten und den Austausch mit anderen. Dabei ist es beim Streben nach Führungspositionen wichtig, sichtbar zu sein, mögliche Sparringspartner kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Anders als Männer unterstützen Frauen sich nicht selbstverständlich untereinander. Oft spielen unterschwellige Ängste eine Rolle: Liefere ich mit Offenheit zu viel Angriffsfläche? Was denken andere von mir? Gilt jeder gemachte Fehler als Schwäche? Was habe ich davon, dass ich eine Kollegin unterstütze?

Fehleinschätzung von Frauen Nr. 2: Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt

Gut ausgebildet und fachlich qualifiziert, wollen Frauen zwar respektiert und gefördert werden, aber ungern im Fokus der Aufmerksamkeit platziert sein. Dabei bringt jeder Karriereschritt nach vorne mehr Aufmerksamkeit mit sich. Doch was bei männlichen Kollegen Wasser auf die Mühlen des Eigenmarketings ist, führt bei Frauen auf dem Weg in Führungspositionen noch allzu oft zum Rückzug. Sie neigen dazu, ihre eigenen Erfolge kleinzureden statt stolz darauf zu sein. Das unterschwellige Motiv: Bloß nicht anecken, Neid wecken, Kollegen verprellen.

Fehleinschätzung von Frauen Nr. 3: Ich mute meinem privaten Umfeld zu viel zu

Eine Führungsposition bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und Zeit zu investieren. Diese Investition scheuen etliche Frauen aus Sorge, nicht mehr genügend für Partner und Familie da sein zu können. Gerade, wenn hier Widerstände zu erwarten oder bereits vorhanden sind, verzichten Frauen auf den nächsten Schritt in Richtung Karriere. Dabei ließe sich vieles organisieren – mit einem gut bezahlten Job wächst auch die Auswahl an Möglichkeiten. Doch dazu braucht es den Willen –  von allen Seiten.

Stolperfalle für Frauen in Führungspositionen: Mangelnder Wille sowie die Scheu vor Konflikten und Herausforderungen

Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, die Erkenntnis bleibt gleich: Es mangelt an der nötigen mentalen Stärke von Frauen, um an Führungspositionen zu gelangen und dort zu bestehen. So sagt Sigrid Bauschert, Vorstandsvorsitzende des Weiterbildungsanbieters Management Circle und Organisatorin des Global Female Leaders Summit: „Man muss den Willen haben, erfolgreich zu sein. Man muss den Willen haben, führen zu wollen. Und dass man auch nach vorne kommen möchte. Das ist das, was man bei manchen Frauen vermisst. Sie scheuen dann schon gewisse Konflikte, gewisse Unebenheiten auf dem Weg, wo man Farbe bekennen muss: Ja, ich will`s auch tun.“ (Quelle: Ich will! Frauen im Topmanagement, Arte). Diese Zielstrebigkeit und Konfliktfähigkeit ist nicht jedem in die Wiege gelegt, aber sie lässt sich lernen. Das Bewusstwerden über die eigenen Wünsche, Bedürfnisse, Visionen und Ziele ist die Ausgangsbasis. Die Definition, was Erfolg und Karriere ausmachen, liegt dabei immer im Auge des Betrachters. Der Weg zur Erkenntnis beginnt mit der Selbstreflexion:

  • Was ist für mich Erfolg?
  • Wann bin ich zufrieden und glücklich?
  • Was ist mir wichtig?
  • Wo will ich hin?
  • Was brauche ich an inneren und äußeren Ressourcen, um dahin zu kommen, wo ich hin will?

Ein solides Fundament

Für die eine ist es das Streben nach Macht und Anerkennung, für die andere sind es Statussymbole und Privilegien und für die Dritte ist es die ständige Herausforderung. Die Gründe, warum Frauen in einer Führungsposition sein wollen, sind so verschieden wie die Frauen selbst. Doch um dorthin zu gelangen, ist es wie beim Hausbau: Frau braucht ein gutes Betonfundament, auf dem das innere Lebenshaus sicher stehen kann. Dieses Fundament setzt sich zusammen aus einem positiven Mindset und dem Wissen um die eigenen Stärken, Fähigkeiten und Talente. Damit ist die Einstellung oder Haltung gemeint, die ich zu meinem Beruf habe, zu meinen Kunden, Lieferanten, Kollegen und am allerwichtigsten zu mir selbst.

Die anderen sind immer schöner, beliebter und erfolgreicher

Wir Frauen neigen dazu, uns selbst mehr zu kritisieren als jeden anderen Menschen in unserem Umfeld. Wir gehen hart mit uns ins Gericht, wenn die Dinge anders gelaufen sind, als wir es uns gewünscht haben. Wir zweifeln angesichts anstehender Herausforderungen, ob wir ihnen gewachsen sind. Wir nehmen ständig andere in den Fokus, die schöner, reicher, erfolgreicher, schneller, beliebter oder klüger als wir sind. Kurzum: Wir sorgen für einen steinigen Weg. Dabei sehnen sich die meisten von uns nach einem souveränen Auftritt vor Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartnern. Doch diese Souveränität wächst nicht auf dem Boden des Zweifelns und Zauderns, sondern vielmehr auf einem gesunden Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

Wertschätzung beginnt bei sich selbst

Sie wünschen sich Wertschätzung? Dann fangen Sie bei sich an! Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und fertigen Sie eine Liste an: Ich schätze an mir … Wenn Sie sich wünschen, dass andere Ihren Wert zu schätzen wissen und Sie entsprechend behandeln, dann sollten Sie zunächst selbst Ihren Wert kennen und schätzen lernen. Mentale Stärke entsteht aus dem Bewusstsein für die eigenen Stärken, aus dem Erarbeiten von Strategien zur Bewältigung von Herausforderungen und Hindernissen und aus dem Wissen, aus seinem Potenzial schöpfen zu können. Fragwürdige, negative Glaubenssätze, adaptierte Überzeugungen und einseitige Gedankengänge beeinflussen das Handeln und Verhalten negativ. Mental und emotional starke Frauen in Führungspositionen fragen nicht: Bin ich gut genug? Sie wissen: Ich bin es wert, erfolgreich zu sein!

 

 

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Academy für Nachwuchs-Stars

 

Zeit für individuelle Teamplayer

 

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