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Die Wieder-Entdeckung der Einfachheit

25. Mai 2015
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Unter dem Motto „Simplify Your Future“ begrüsste SAP Schweiz von 20.-21. April 2015 über 2000 Gäste beim SAP Forum in der Messe Basel. Zwei besondere Highlights waren die Keynotes von Stephan Sigrist (Denkfabrik W.I.R.E.) und Benedikt Germanier (CEO zai). Sie zeigten auf eindrückliche Weise wie wichtig es ist, zuerst zu experimentieren, um dann zu reduzieren.

„Computer aus, Hirn an!“

Gewohnte Denkmuster hinter sich zu lassen und die Geschäftswelt der Zukunft zu vereinfachen – davon träumen viele Menschen in unserer komplexen Businesswelt. „Einfachheit ist das Ziel in Gesellschaft, Unternehmen und Politik“, so Stephan Sigrist. Wir hegen hohe Erwartungen an eine Welt, die immer einfacher wird. Technologie verspricht das Leben einfacher zu machen. Doch inwiefern trifft das zu? Wie man im Meer der Komplexität sicher navigieren kann, dazu präsentierte der W.I.R.E. Chef Thesen und Antithesen, welche der Orientierung im Datenzeitalter dienen. Er ist davon überzeugt: Fortschritt braucht Komplexität. Denn die Herausforderungen sind komplex.

Repetitive Tätigkeiten werden von Maschinen übernommen

Maschinen werden uns die Arbeit wegnehmen – „Endlich!“ könnte man sagen, vor allem wenn es um unliebsame Haushalts- oder Gartenarbeiten geht. Doch die Maschinen werden die Arbeit ganzer Berufsgruppen übernehmen. Neben Callcenter-Agenten wird dies auch Buchhalter, Piloten und Verkäufer treffen. „Wir steuern auf einen perfekten Kapitalismus hin. Angebot und Nachfrage sind direkt aufeinander abgestimmt“, so Stephan Sigrist. Das löse viele Probleme. Aber es gäbe auch limitierende Faktoren wie die fehlende Datenbasis, zu wenig Speicherkapazität und die Überforderung von Mensch und Maschine: „Vor lauter Daten kommen wir nicht mehr zum Denken oder Arbeiten. Wir können schneller erfassen, verlieren aber die Fähigkeit logisch zu denken“, so Sigrist.

Was bedeutet das nun für die Einfachheit? „Dem technisch Möglichen muss ein Nutzen entgegengestellt werden. Das erfordert Objektivität, Aussensicht und kritisches Weiterdenken“, fasst Stephan Sigrist ein komplexes Thema in einfachen Worten zusammen. Um entscheiden zu können, brauche es Einfachheit, aber auch Intuition und Werte. „Einfachheit muss sich mutig der Komplexität stellen, damit wir aus der Vielfalt von Ideen herauspicken, experimentieren und reduzieren können“, lädt Stephan Sigrist die Teilnehmer ein.

„Man spürt, was das Richtige ist!“

Von der Wallstreet nach Disentis führte der Weg von Benedikt Germanier, CEO der zai AG. Sein alles andere als geradliniger Karriereweg begann bei einem abgebrochenen Pharmastudium und führte über eine Karriere als Tennislehrer zu einem Sport- und Ökonomie-Studium. Was nach dem CV eines unvermittelbaren Multitalents klingt, wurde zu einer der schönsten Karriere-Stories der Schweiz. Als Lehrperson an der Fachhochschule betreute Benedikt Germanier eine Diplomarbeit zur Analyse der globalen Kapitalflüsse, aus welcher er in weiterer Folge ein Kapitalflussmodell entwickelte. Dies führte ihn in die Bankenwelt, wo er zum ersten globalen Strategen der Credit Suisse ernannt wurde. Später wechselte er zur UBS. Die Wallstreet und ihre Protagonisten – sie waren nicht die Vorbilder des einstigen Idealisten. Da reizte ihn schon viel eher die Vision eines guten Freundes: den bestmöglichen Schi der Welt zu bauen. Die Idee war so reizvoll, dass Germanier mit seiner Familie zurück in die Schweiz zog und sich als Geschäftsführer des Bündner Schiherstellers zai engagierte. Von seiner Zeit an der Wallstreet hatte der Ökonom gelernt, dass Werte wichtig sind, um auch in schlechten Zeiten zu bestehen. Keine Businesspläne, sondern ein Gedicht dient der zai Crew bis heute als Werte-Anker: „Gerade in Krisen sind Werte sehr hilfreich. Bis heute legen wir bei Diskussionen das Gedicht in die Mitte.“ Profitabilität sei lediglich ein Nebenziel. Hauptziel sei es, so gut wie irgend möglich zu sein. Dabei greift zai auch auf Know-how von aussen zu, wie beispielsweise bei den Helmen, welche mit Salomon entwickelt werden, oder die zai Mützen, welche liebevoll von den Frauen im örtlichen Altersheim gestrickt werden.

Was bedeutet für eine Ausnahmepersönlichkeit wie Benedikt Germanier „Simplify the Future“? „Mach Dinge aus dem Bauch heraus. Man spürt, was das Richtige ist“, so der CEO, dem es auch an Herz nicht fehlt. Wenn es sich lohnt dafür zu leben, dann ist es gut – so das Fazit des charismatischen Keynote Speakers.


Zum gesamten Rückblick des SAP Forums 2015 in Basel >>

Link zur Fotogalerie >>

Autor: Claudia Gabler

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Unter dem Motto „Simplify Your Future“ begrüsste SAP Schweiz von 20.-21. April 2015 über 2000 Gäste beim SAP Forum in der Messe Basel. Zwei besondere Highlights waren die Keynotes von Stephan Sigrist (Denkfabrik W.I.R.E.) und Benedikt Germanier (CEO zai). Sie zeigten auf eindrückliche Weise wie wichtig es ist, zuerst zu experimentieren, um dann zu reduzieren. „Computer aus, Hirn an!“ Gewohnte Denkmuster hinter sich zu lassen und die Geschäftswelt der Zukunft zu vereinfachen – davon träumen viele Menschen in unserer komplexen Businesswelt. „Einfachheit ist das Ziel in Gesellschaft, Unternehmen und Politik“, so Stephan Sigrist. Wir hegen hohe Erwartungen an eine Welt, die immer einfacher wird. Technologie verspricht das Leben einfacher zu machen. Doch inwiefern trifft das zu? Wie man im Meer der Komplexität sicher navigieren kann, dazu präsentierte der W.I.R.E. Chef Thesen und Antithesen, welche der Orientierung im Datenzeitalter dienen. Er ist davon überzeugt: Fortschritt braucht Komplexität. Denn die Herausforderungen sind komplex. Repetitive Tätigkeiten werden von Maschinen übernommen Maschinen werden uns die Arbeit wegnehmen – „Endlich!“ könnte man sagen, vor allem wenn es um unliebsame Haushalts- oder Gartenarbeiten geht. Doch die Maschinen werden die Arbeit ganzer Berufsgruppen übernehmen. Neben Callcenter-Agenten wird dies auch Buchhalter, Piloten und Verkäufer treffen. „Wir steuern auf einen perfekten Kapitalismus hin. Angebot und Nachfrage sind direkt aufeinander abgestimmt“, so Stephan Sigrist. Das löse viele Probleme. Aber es gäbe auch limitierende Faktoren wie die fehlende Datenbasis, zu wenig Speicherkapazität und die Überforderung von Mensch und Maschine: „Vor lauter Daten kommen wir nicht mehr zum Denken oder Arbeiten. Wir können schneller erfassen, verlieren aber die Fähigkeit logisch zu denken“, so Sigrist. Was bedeutet das nun für die Einfachheit? „Dem technisch Möglichen muss ein Nutzen entgegengestellt werden. Das erfordert Objektivität, Aussensicht und kritisches Weiterdenken“, fasst Stephan Sigrist ein komplexes Thema in einfachen Worten zusammen. Um entscheiden zu können, brauche es Einfachheit, aber auch Intuition und Werte. „Einfachheit muss sich mutig der Komplexität stellen, damit wir aus der Vielfalt von Ideen herauspicken, experimentieren und reduzieren können“, lädt Stephan Sigrist die Teilnehmer ein. "Man spürt, was das Richtige ist!" Von der Wallstreet nach Disentis führte der Weg von Benedikt Germanier, CEO der zai AG. Sein alles andere als geradliniger Karriereweg begann bei einem abgebrochenen Pharmastudium und führte über eine Karriere als Tennislehrer zu einem Sport- und Ökonomie-Studium. Was nach dem CV eines unvermittelbaren Multitalents klingt, wurde zu einer der schönsten Karriere-Stories der Schweiz. Als Lehrperson an der Fachhochschule betreute Benedikt Germanier eine Diplomarbeit zur Analyse der globalen Kapitalflüsse, aus welcher er in weiterer Folge ein Kapitalflussmodell entwickelte. Dies führte ihn in die Bankenwelt, wo er zum ersten globalen Strategen der Credit Suisse ernannt wurde. Später wechselte er zur UBS. Die Wallstreet und ihre Protagonisten – sie waren nicht die Vorbilder des einstigen Idealisten. Da reizte ihn schon viel eher die Vision eines guten Freundes: den bestmöglichen Schi der Welt zu bauen. Die Idee war so reizvoll, dass Germanier mit seiner Familie zurück in die Schweiz zog und sich als Geschäftsführer des Bündner Schiherstellers zai engagierte. Von seiner Zeit an der Wallstreet hatte…

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